Beziehung: Macht braucht Liebe und Veranwortung

Du bist Mann. Wenn du in einer Beziehung steckst, musst du die Führung übernehmen. Du musst die Entscheidungen treffen und den Weg bestimmen. Du musst der Frau Halt und Geborgenheit geben, die sich dir anvertraut hat und sich auf dich verlässt. Mit anderen Worten, du musst Verantwortung übernehmen – für dich, für deine Frau und für eure Kinder, wenn es welche gibt.

Das kannst du tun, indem du den Herrscher spielst. Du kannst alles bestimmen und entscheiden. Du kannst deine Worte zum Gesetz erheben und deinen Willen zum Maßstab machen. Schließlich bist du der Herr des Hauses, du trägst die Verantwortung und du zahlst die Rechnungen. Also bestimmst du auch, wo’s lang geht und duldest keine Widerrede.

Unveränderte Machtstrukturen

In vielen Regionen dieser Welt läuft das auch genau so. Der Mann ist der Herr und führt sich auf wie ein Despot. Denn er ist das Familienoberhaupt und damit die Person, um die sich alles dreht. Sein Wunsch ist Befehl. Was er sagt, wird getan. Auseinandersetzungen gibt es keine, denn er ist Richter und Vollstrecker zugleich. Seine Frau begegnet ihm mit Ehrfurcht. Seine Kinder haben Respekt oder sogar regelrecht Angst vor ihm.

Das Prinzip gilt in Indien und mit unterschiedlichen Ausprägungen in ganz Asien. Es bestimmt das Leben auf dem afrikanischen Kontinent. Und es ist der durchgängige Verhaltenskodex in der gesamten arabischen Welt. Denn Emanzipation ist in diesen Gesellschaften bestenfalls in Ansätzen vorhanden. Das Machtgefüge zwischen den Geschlechtern funktioniert nach Maßstäben, die sich seit Jahrtausenden nur wenig verändert haben.

Neue Freiheiten, aber nicht überall

In dem Teil der Welt, die wir als „westliche Welt“ bezeichnen, hat sich jedoch im Laufe der Generationen viel verändert. Die Frauen haben aufbegehrt und waren recht erfolgreich damit, denn die Männer waren einsichtig und haben viele Zugeständnisse gemacht. Der Haushaltsvorstand ist aus den Gesetzestexten verschwunden. Genauso, wie sein Züchtigungsrecht gegenüber der Frau, den Kindern und dem Gesinde.

Doch was seit Jahrtausenden der Maßstab war, steckt tief in den Genen und lässt sich mit Paragrafen und Gesetzen nicht aus den Köpfen vertreiben. Deshalb leben die schon seit der Steinzeit verankerten Verhaltensmuster nach wie vor weiter, auch wenn das heute eher instinktiv geschieht, wenn es subtil das Miteinander der Geschlechter bestimmt, während es unausgesprochen bleibt und dennoch den Maßstab bildet.

Die Frau kann sich zwar heute weitgehend ihren Partner selbst wählen. Aber sie geht dabei vor, wie sie es immer getan hat. Ihre Psyche verlangt nach einem Mann, der ihr Sicherheit gibt und zu dem sie aufschauen kann. Gesellschaftlich sollte er mindestens denselben, besser noch einen höheren Status haben als sie selbst. Seine körperliche Stärke hat zwar an Bedeutung verloren, doch zumindest intellektuell sollte er ihr überlegen sein. Die Höhlenfrau suchte männliche Stärke und Sicherheit vor wilden Tieren. Die Frau im 21. Jahrhundert erwartet von ihrem Mann vor allem wirtschaftliche Sicherheit und ein emotionales Gefühl von Schutz und Geborgenheit.

Umgekehrt suchen wir Männer uns gerne Frauen, die uns nicht das Wasser reichen können. Wir wollen zwar in der Lage sein, mit unserer Frau ein vernünftiges Gespräch zu führen. Aber wir legen keinen Wert darauf, uns mit ihnen intellektuell messen zu messen. Wichtiger sind uns ihre körperlichen Eigenschaften und die sollten möglichst vollständig zu unseren persönlichen Präferenzen passen. Wer eine schlanke Frau mit zierlichen Brüsten und einem kleinen Po bevorzugt, wird für die üppigen Kurven einer molligen Frau keinen Blick übrig haben. Wer gerne in die Vollen greift, wird sich von einem Prachtweib mit großen Brüsten und einem ausgeprägten Arsch angesprochen fühlen.

Weibliche Frauen gesucht

Ansonsten sucht eigentlich kein Mann eine erfolgreiche Karrierefrau und eine Emanze erst recht nicht. Für die Karriere hat er selbst ohnehin die besseren Voraussetzungen und für Freiheit und Unabhängigkeit muss er auch nicht kämpfen. Die Folge ist, dass Frauen immer einsamer werden, je weiter die sie Karriereleiter nach oben klettern. Denn was der Mann sucht, ist keine Beziehung auf Augenhöhe, sondern eine Frau, die mit ihrer Weiblichkeit seine Männlichkeit ergänzt. Eine gewisse Mütterlichkeit gehört durchaus dazu und wenn sie richtig gut kochen kann, ist ihm das weit mehr wert als ihr Erfolg im Beruf.

Wobei die nur-Hausfrau eher mit negativen Aspekten verbunden ist. Eine Frau, deren Leben sich allein um Haus, Küche und Kinder dreht, wird ihren Mann kaum mit interessanten Gesprächsthemen bereichern können. Und ob sich nach einem wenig inspirierenden Alltag nachts die kreative Gespielin abgibt, ist auch kaum zu vermuten. Die Folge ist, dass die einst faszinierende Frau zur puren Langeweile wird, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er das Weite sucht.

Männer sind einfach dominant

Männer haben von Natur aus einen dominanten Kern. Eine Frau, die ihm die Alpha-Stellung streitig machen will, greift ihn daher in seiner Männlichkeit an und das wird nicht lange gut gehen. Denn wenn er nicht der Herr im Haus ist, wird er früher oder später das Haus verlassen oder dafür sorgen, dass ein anderes weibliches Wesen die Rolle der Frau an seiner Seite wahrnimmt. Denn letztendlich bleibt ein Paar auf Dauer nur ein Paar, wenn beide sich gegenseitig ergänzen.

Er will vielleicht nicht über sie herrschen. Aber er will sich das Zepter nicht aus der Hand nehmen lassen. Er will das Sagen haben und bis zu einem gewissen Grad über sie, ihr Leben und ihr Tun und Lassen bestimmen. Seine Dominanz sucht eben nach Entfaltung und das gelingt am besten, wenn sie eher devot ist und seine Position innerhalb der Beziehung nicht in Zweifel zieht.

Wobei gerade hier die Gefahr lauert, die Harmonie in Unzufriedenheit kippen lässt. Denn wenn er sein männliches Wesen ungebremst entfalten kann, dann besteht die Gefahr, dass er jede Sanftmut aus seinem Verhalten ausradiert und durch Härte ersetzt. Dann wird er sich ungehindert zum Herrn des Hauses entwickeln, alles bestimmen und sein Ego voll ausleben. Aber er wird auch eine unsichtbare Mauer errichten, die ihn von allen anderen trennt, die unter seinem Dach leben.

Denn ein Despot führt ein einsames Leben. Er wird von niemand geliebt, aber von allen gefürchtet. Er muss einsame Entscheidungen treffen und kann sich dabei nicht auf die Unterstützung seiner Frau verlassen. Denn Frauen denken anders als Männer. Oft sind sie es, die unnötige Fronten verhindern und für ein harmonisches Miteinander sorgen. Nicht selten geben sie nach, um den Frieden zu bewahren. Oder sie stecken ihre Bedürfnisse zurück, damit er seine voll entfalten kann.

Die Frau als ausgleichende Kraft

Erstickt er jedoch jede andere Sichtweise, fällt seine Frau als Ratgeberin weg. Damit verstummt zwar jede Kritik, aber es schützt ihn auch niemand davor, den falschen Weg zu gehen und womöglich ins Unheil zu rennen. Denn ängstliche Vasallen kritisieren nicht. Sie ducken sich und ertragen die Launen des Herrn. Sie bleiben entweder stumm oder sie reden ihm nach dem Mund, auch wenn sie es besser wissen.

Das erlebt man nicht nur in der Politik. Das kann man auch bei jedem despotischen Familienvater beobachten. Auch hat sich selbst auf einen Thron gehoben, der ihn einsam und unnahbar macht. Die Kinder fürchten sich vor ihm, denn das Prinzip heißt Zuckerbrot und Peitsche. Die Frau zeigt großen Respekt, aber ihre Seele bleibt unberührt. Es herrscht die Kälte der Macht, aber wenn Widerworte verboten sind, ist die Kommunikation gestört, das Wirgefühl verkümmert und das Miteinander ist nur noch die äußerlich sichtbare Fassade.

Denn Macht ist verführerisch. Macht korrumpiert. Macht ist ein süßes Gefühl der Überlegenheit, das zum Missbrauch verführt. Wer keinen gefestigten Charakter hat, wird der Versuchung des Machtgefühls erliegen, die irgendwo ganz tief in uns Männern ruht. Er wird erleben, dass Gefühle wie Nähe, Liebe und Zuneigung allmählich erlöschen. Er wird spüren, wie er von einer dumpfen Lust erfasst wird, rohe Gewalt auszuüben und dieses Gefühl der Macht und Überlegenheit immer deutlicher zu spüren.

In manchen Gesellschaften kann sich männliche Macht voll entfalten und führt zu ungehemmten Exzessen, die fassungslos machen. In bestimmten muslimischen Kreisen werden noch heute Frauen zu Tode gesteinigt, weil sie irgendein Jahrtausende altes Gesetz gebrochen haben. Ungläubige werden zu Ungeziefer erklärt, das vernichtet werden muss. Handelt es sich um Frauen, werden sie erst vergewaltigt, um die rohe männliche Lust zu befriedigen. Am Ende werden sie aufgeschlitzt und den Geiern überlassen. Denn wenn Macht erst einmal alle menschlichen Gefühle getötet hat, findet Gewalt keine Grenzen mehr und der Mensch wird zum Tier.

Machtmissbrauch im Verborgenen

Wir leben zwar in einer Gesellschaft, die solche Auswüchse weitgehend verhindert. Aber hinter den Mauern der Häuser gibt es dennoch die unterschiedlichsten Formen von Machtmissbrauch. Es gibt die kleinen Haustyrannen, die noch heute über Frau und Kinder herrschen, wie es früher die Regel war. Es gibt die religiös motivierten Patriarchen, für die körperliche Züchtigung als ein Gebot Gottes gilt und auch angewandt wird. Und es gibt die Despoten, für die der eigene Wille das Maß der Dinge ist und deren Zuneigung sich eine Frau durch bedingungslosen Gehorsam erkaufen muss.

Wobei es meist die wirtschaftlichen Gegebenheiten sind, die bestimmen, wer das Sagen hat und für wen es besser ist, sich einfach zu fügen. Denn nur Männer, die sich und anderen nichts beweisen müssen, stehen über den Dingen Nur sie sind in der Lage, eine Frau zu führen ohne sie unterdrücken zu müssen, und den Kindern ein geschütztes Umfeld zu bieten das ihnen Grenzen setzt, ohne dass mit Gewalt gedroht wird. Denn intelligente Männer herrschen auf die leise Art und üben Macht aus, ohne dass sie sichtbar wird.

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