Krypto: Sicherer als Geld auf der Bank

Die Cryptobörse Binance wurde kürzlich gehackt und Millionen an Assets waren unwiederbringlich verloren. Wie kann man da von Sicherheit sprechen? Wie kann man da Kryptowährungen noch als empfehlenswertes Mittel ansehen, um sein Vermögen in Sicherheit zu bringen oder gar zu vermehren?

Für Insider liegt die Antwort auf der Hand: Man vertraut sein Vermögen keiner Börse und erst recht keiner Bank an. Man verlässt sich einfach nicht auf Dritte, wenn es ums eigene Geld geht. Man lernt, wie das mit Crypto funktioniert und nimmt die Sache selbst in die Hand. Auf eigene Verantwortung und zur eigenen Sicherheit.

Liegt dein Vermögen in der Blockchain und nur du allein hast den Schlüssel dazu, dann hast auch nur du allein die Kontrolle darüber. Dann kann dir keine Bank vorschreiben, wie und wann du darauf zugreifen darfst. Vor allem aber: Kein Staat erfährt, was du besitzt, kein Finanzamt kann irgendwelche Steuern auf Kursgewinne abzweigen und kein Gläubiger kann es pfänden. Denn nur du kennst den Code, um auf dein eigenes digitales Geld zuzugreifen. Dein Vermögen gehört uneingeschränkt dir und nur du kannst darüber entscheiden.

Bei einer Crypto-Börse sieht das völlig anders aus. Wenn du aber dein Vermögen in einer Börse angelegt hast, dann hast du die Kontrolle darüber aus der Hand gegeben. Du hast lediglich einen Vertrag, in dem steht, wie und wann du darüber verfügen kannst. Es liegt zwar auch in einer Blockchain, aber die gehört der Börse und sie verwaltet sie lediglich für dich. Sie meldet auch den Behörden, wie es um dein Vermögen steht. Und sie friert brav dein Konto ein, wenn ein vollstreckbarer Titel gegen dich vorliegt.

Du steckst also voll im Geldsystem drin, bist im uneingeschränkten Blick der Behörden und deren Regularien unterworfen. Wenn zum Beispiel die EU den digitalen Euro pushen will, muss sie nur den Cryptohandel im Euroraum verbieten und schon bist du gezwungen, dich dem digitalen Fiat-Geld zu unterwerfen. Denn der digitale Euro wird keine freie Crypto-Währung sein, sondern ist an die Zentralbank gebunden, die ihn so programmieren kann, wie es ihr passt. Außerdem kann das Finanzamt ziemlich direkt auf deine Euro-Coins zugreifen. Genauso wie all die anderen Behörden, die dein Leben bestimmen wollen.

China zeigt, was auf diese Weise alles möglich ist. Google einfach nach dem Begriff „Social Scoring“ und du weißt, was auf dich zukommt. Und glaube nicht, dass in einem demokratischen Europa all das nicht möglich ist, was totalitäre Staaten tun, um ihre Bürger an die Leine zu nehmen.

Wer sein Vermögen in Crypto-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum anlegt, entzieht es den staatlich kontrollierten Währungen der Fiat-Welt. Er führt es einer Blockchain zu, die nur in der Cloud existiert. Damit ist es überall auf der Welt zugänglich, wo es einen Internet-Zugang gibt. Aber du bist und bleibt der Einzige, der darüber verfügen kann. Vorausgesetzt, du hast dich mit der Thematik vertraut gemacht und weißt genau, was du tust.

Das fängt schon mit der Crypto-Wallet an. Von dieser digitalen Variante der herkömmlichen Geldbörse gibt es nämlich unterschiedliche Varianten und jede hat ihre ganz bestimmten Vor- und Nachteile. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einer Hot Wallet und einer Cold Wallet. Und man differenziert zwischen einer Hardware-Walletund einer Software-Wallet. Alle dienen dazu, dir den Zugriff auf deine Cryptos zu erlauben, sie zu kaufen und zu verkaufen und sie gegen andere Digitalwährungen zu tauschen. Aber du solltest genau wissen, für welche Art von Wallet du dich entscheidest.

Als Hot Wallet gilt jede Wallet, die in einem Internet-fähigen Gerät liegt. Das kann dein Handy oder Tablet sein, aber auch dein Notebook oder Desktop-Computer. Hot Wallets stehen nämlich für alle heutig gängigen Betriebssysteme zur Verfügung: iOS, Android, Windows, Linux und macOS. Es sind schlicht und einfach Software-Lösungen (also Anwendungen oder Apps), die den Zugangscode zu deiner Blockchain speichern und damit den Zugang zu deinen digitalen Assets herstellen. Einige Wallets binden auch eine virtuelle Kreditkarte ein und ermöglichen damit den Zugang zu deinen digitalen Währungen auf der Blockchain. Sie erlauben damit die nahtlose Verbindung der Crypto-Welt mit der Fiat-Welt.

Hot Wallets gelten gewissermaßen als das heiße Eisen der Crypto-Welt, und sollten nur mit größter Vorsicht benutzt werden. Das Problem ist nämlich, dass eine Hot Wallet mit der darin gespeicherten Seedphrase – also dem Zugangscode zur Blockchain – für praktisch jeden Hacker erreichbar ist, der es geschafft hat, in deinen Computer, dein Tablet oder dein Handy einzudringen. Zwar liegt die Seedphrase nur in verschlüsselter Form vor und ist daher nicht so einfach auslesbar. Aber mit genügend krimineller Energie und vor allem Rechenpower lässt sich letztendlich nahezu jede Verschlüsselung knacken.

Typische Hot Wallets sind Phantom, MetaMask, Trust Wallet, Bitget Wallet und Pocket.

Die Cold Wallet ist die sichere Alternative zur nicht ganz risikofreien Hot Wallet. Wie bei der Hot Wallet handelt es sich dabei um eine Software, mit der du deinen eigenen Zugang zur Blockchain einrichten kannst. Je nach Software kannst du ein unterschiedlich breites Portfolio an Coins handeln. Du behältst dabei die volle Kontrolle über deine Coins. Wer deine Seedphrase nicht besitzt, kann auch nicht auf deine Assets zugreifen und kein Finanzamt weiß, welche digitalen Schätze du dir angesammelt hast.

Doch eine Cold Wallet erfordert auch Eigenverantwortung. Deine Assets gehören zwar uneingeschränkt dir. Aber du musst auch alles selbst in die Hand nehmen und bist für dein Handeln selbst verantwortlich. Vor allem musst du selbst dafür Sorge tragen, dass deine Seephrase nicht in falsche Hände gerät. Denn wer diese willkürlich vergebene Kombination an Wörtern besitzt kann uneingeschränkt auf dein digitales Vermögen zugreifen.

Hat du deine Seed Phrase nur auf Papier oder einem USB-festgehalten und in einer Schublade zu Hause liegen, ist sie bei einem Brand unweigerlich und unwiederbringlich verloren – und mit ihr alle Assets, die du mit deiner Wallet verwaltest. Manche Leute bewahren daher ihre Seed Phrase in einem Safe auf oder lagern sie in verschlüsselter Form in der Cloud. Andere stanzen die einzelnen Wörter der Phrase in eine Stahlplatte ein, die auch ein Feuer unbeschadet überlebt. Entsprechendes Zubehör dafür gibt es zum Beispiel bei Amazon.

Hauptmerkmal einer Cold Wallet ist die strikte Trennung der Seedphrase von der übrigen Software zur Verwaltung deiner digitalen Assets. Dabei liegt die Seedphrase auf einem externen Gerät oder einer Karte und ist somit aus dem Internet nicht erreichbar. Bei einer Transaktion wird das Gerät mit Internet-Anbindung (also der PC, das Handy oder das Tablet) nur kurzzeitig mit dem externen Gerät verbunden um die Transaktion auszulösen. Einige Geräte haben auch eigene Bedienelement für die Bedienung und Anzeige des Vorgangs.

Es gibt unterschiedliche und Hard- und Software-Kombinationen zum Einrichten einer Cold Wallet. Dein Einstig in die Crypto-Welt sollte also mit der Google Suche unter dem Begriff „Crypto Cold Wallet“ beginnen, um genau die Wallet zu finden, die für dich optimal geeignet ist. Bei der Gelegenheit wirst du auch auf zahlreiche Begriffe stoßen, die du vermutlich noch nicht kennst und deren Bedeutung du nachschlagen solltest. Denn das Thema Crypto-Währungen ist eine eigene Welt, die sich erst im Laufe der Zeit erschließt.

Eine Cold Wallet macht dich also nicht nur zum alleinigen Herrscher über dein digitales Vermögen. Sie garantiert dir auch ein maximales Maß an Sicherheit vor Angriffen aus dem Internet. Außerdem hinterlässt du weder im Internet noch sonst irgendwo konkrete Hinweise darauf, dass du über ein Vermögen in digitalen Werten verfügst. Das heißt, was dir gehört, gehört dir und wer deine Seedphrase nicht kennt kann auch nicht darauf zugreifen – kein geschiedener Ehepartner, kein Gläubiger und keine unerwünschten Erben. Auch das Finanzamt und damit der Staat als dein größter Feind kann dir kein Geld abpressen, von dessen Existenz er nichts weiß.

Man kann Krypto-Währungen also durchaus als das letzte Stück Freiheit bezeichnen, das dir noch geblieben ist.

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