Jeder kennt es: Da wird ein interessant erscheinender Artikel im Stream angekündigt und wenn man den Link anklickt, landet man bei irgend einem Verlagsmedium, das außer Titelbild und Headline nichts vom versprochenen Inhalt preisgeben will. Paywall heißt das Stichwort und ist das Werkzeug der Verlage, Abonnenten zu gewinnen, oder zumindest einen Euro zum Lesen des betreffenden Artikels zu kassieren.
Das ist nicht nur nervig. Es ist auch das Marketing von gestern. Es geht noch auf eine Zeit zurück, als Nachrichten noch an Papier gebunden waren, das mit erheblichem Aufwand vom Verlag zum Leser transportiert werden musste und daher durchaus einen gewissen Preis rechtfertigte. Dass zur Weihnachtszeit gut die Hälfte des „Stern“ und anderer Magazine aus Werbung bestand, störte seinerzeit niemand. Man war es gewohnt, am Kiosk ein paar Euro zu bezahlen, oder schloss ein Jahresabonnement ab, um das gewünschte Magazin oder die Zeitung direkt nach Hause geliefert zu bekommen.
Diese uralte Abonnementmasche steht auch für ein Denken aus einer Welt, die ihre besten Zeiten längst hinter sich hat. Der „Stern“ von heute ist nur noch eine blasse Erinnerung an das, was er einmal war. Meist liest man ihn bestenfalls im Wartezimmer beim Hausarzt und wundert sich, dass das Blatt nicht nur rein vom Format her geschrumpft ist, sondern auch reichlich dünn und nichtssagend daherkommt. Es wirbt eben heute niemand mehr in den uralten Printmedien, was sich wiederum deutlich auf ihren Umfang auswirkt. Die Auflagen gehen immer mehr in den Keller, die Reichweite ist entsprechend mager, und die werbende Wirtschaft hat sich längst andere Kommunikationswege gesucht.
Die großen Titel aus der Print-Ära haben daher ihren Glanz verloren. Nicht wenige sind ganz vom Markt verschwunden. Andere existieren nach wie vor in elektronischer Form. Viele Verlage verdienen heute ihr Geld meist über andere Kanäle. Andere sind auf dem besten Weg, völlig in Vergessenheit zu geraten. Mittlerweile sind eben nur noch wenige ewiggestrige sind bereit, für „Stern“ und „Spiegel“ ein Jahresabo abzuschließen. Ganz besonders die Online-Ausgaben ziehen nur noch ein spärliches Publikum an, das bereit ist, Geld auszugeben, wenn es dafür lediglich einen Zugang zur Website gibt. Leistung und Gegenleistung hat eben in unseren Köpfen noch immer etwas Materielles an sich. Der gedruckte „Stern“ ist etwas wert, die Online-Ausgabe eher nicht.
Daher ist es geradezu amüsant, wenn ausgerechnet die Zeitungen auf ein Abonnement bestehen, die bestenfalls noch eine lokale Bedeutung haben. Früher waren sie die Platzhirsche und spielten sich auch entsprechend auf, denn sie waren die einzige Informationsquelle über das Weltgeschehen und jeder hat regelmäßig „seine“ Zeitung gelesen. Im Zeitalter des Internets erfährt man jedoch alle wichtigen Ereignisse quasi nebenbei. Eine klassische Zeitung lesen heute eigentlich nur noch Nostalgiker, die wert darauf legen, das gute alte Papier in der Hand zu halten.
Bei einer kleinen Lokalzeitung wie den Lübecker Nachrichten kann man eigentlich nur noch mit einem müden Lächeln regieren, wenn man bei Google & Co. auf einen Link klickt und dann lediglich die Aufforderung zu sehen bekommt, doch bitte ein Jahresabo abzuschließen, um die ach so wichtige Lokalinformation lesen zu können. Gibt es wirklich noch Leute, die darauf einlassen? Es ist zu vermuten, dass der Erfolg derartiger Clickbait-Aktionen recht überschaubar ist.
Die Zeit der Zeitungen ist eben vorbei. Die Nachrichten von heute frühestens am nächsten Tag zu lesen, ist so nostalgisch wie die dafür benötigte Druckerschwärze. Heute spricht man von News und meint das pausenlose Informationsgewitter, das permanent über uns hereinbricht. Man liest sie auf dem Handy während der unproduktiven Zeit, in der wir auf dem Weg zur Arbeit sind. Man wirft einen Blick darauf, während man beim Friseur wartet oder auf dem Klo sitzt. Man sieht sie vielleicht in der Tagesschau, weil danach der Spielfilm kommt. Man fühlt sich informiert und denkt nicht einmal daran, dafür auch nur einen Cent auszugeben.
Ein Verlag, der das nicht sieht und heute noch ein Abonnement verkaufen will, hat irgendwie nichts kapiert. Und die alternde Generation, die immer noch auf die alten Verlage setzt, die die öffentliche Meinung prägen, steckt noch in der Denkwelt von gestern.
Mittlerweile haben die alten „Meinungsmacher“ einen so schlechten Ruf, dass nur noch diejenigen an ihre Darstellungen glauben, die hoffnungslose im Gestern feststecken. Die glauben dann auch an das ständige Gelaber von der „rechten Gefahr“. Sie glauben heute an die Klimakatastrophe, wie sie gestern an das Waldsterben geglaubt haben. Sie lassen sich von Verlagen manipulieren, ohne zu wissen, wessen Interessen die insgeheim vertreten. Und ohne auch nur zu ahnen, dass die meisten Verlage heute am Finanztropf des Staates hängen, der über ein undurchschaubares Geflecht an linken NGOs dafür sorgt, dass die Medien auf der linken Spur bleiben und die Leute nur erfahren, was sie erfahren sollen.
Die Leser und Zuschauer der Mainstream-Medien sind es dann auch, die auf eine Demo „gegen rechts“ gehen, weil ihnen das als Kampf gegen den Faschismus eingeredet wird. Sie halten die bildungsfernen Weiber der Grünen für ernsthafte Politiker und gehen den Sozis auf den Leim, weil es da früher mal ganz tolle Politiker gab. Sie halten Manipulation für Information, weil sie nie selbst nachgedacht und daher auch keine eigene Meinung haben.
Währenddessen findet echter Journalismus längst nicht mehr bei Stern und Spiegel, Zeit, FAZ und der Süddeutschen statt, sondern in der neuen digitalen Medienwelt. Dort tummeln sich nämlich heute die Journalisten, die früher bei den Papiermedien gearbeitet haben und nur das schreiben durften, was der Verlag ihnen vorgegeben hat. Denn einen Verlag braucht heute eigentlich niemand mehr. Es genügt, wenn sich freie Journalisten zusammmentun und ein Kollektiv bilden. Statt auf dem Umweg über Papier kommunizieren sie ihre Nachrichten, Meinungen und Kommentare direkt über den Bildschirm. Und anstatt ihre redaktionellen Inhalte bis zur Grenze der Lesbarkeit in ein Feuerwerk an Werbung einzubetten, arbeiten sie einfach Spendenbasis.
Das Ganze klappt recht gut, denn Newsportale im Internet arbeiten im Vergleich zu den Verlagen mit denkbar niedrigen Kosten. Sie brauchen nicht den ganzen technischen Aufwand für Druck, Papier und Distribution. Sie haben auch nicht die immensen Aufwendungen, um administrative Strukturen, Vertrieb und Vorstandsgehälter zu stemmen. Und sie müssen nicht obendrein noch Gewinne erwirtschaften, die in die Taschen von Aktionären und anderen Anteilseignern fließen.
Das sind gesunde Voraussetzungen für einen Journalismus, der nicht im hohen Maß von Werbeeinnahmen und Abomodellen abhängt. Und es sorgt damit für eine geistige Unabhängigkeit frei von wirtschaftlichen und vor allem politischen Zwängen.
Da ist es kein Wunder, dass die etablierte Medienwelt hier gerne von „rechten“ Medien spricht und so tut, als wären Online-Quellen wie Tichy, Reitschuster, Epoch Times, NIUS und wie sie alle heißen die Schmuddelkinder unter den Journalisten, die nichts mit dem etablierten, selbst ernannten „Qualitätsjournalismus“ zu tun haben.
Aber es werden die Leser sein, die das entscheidende Wort sprechen. Und die machen es Welt, Bild, Spiegel, Stern & Co. schon heute schwer, noch ausreichend Gehör zu finden.
