Hausfrau ist das Unwort unserer Zeit

Unsere Großeltern kannten es nicht anders: Man heiratete jung und bevor man Sex hatte. Die Frau wurde Hausfrau und bekam Kinder. Der Mann machte Karriere und holte das Geld rein. Die Ehe war die einzige anerkannte Form des Zusammenlebens und die Familie bildete den Kern der Gesellschaft. Doch dann kam die Pille und mit ihr die Möglichkeit, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden.

Das Ergebnis sehen wir heute: Eine Gesellschaft von Einzelkindern, für die das Ich das Maß der Dinge ist. Und eine Welt der Frauen, die nicht mehr zwingend geheiratet werden wollen, sondern bewusst single bleiben, oder sich für eine lockere Verbindung entscheiden, aus der man sich jederzeit recht problemlos wieder lösen kann. Die Frau fürs Leben ist damit immer seltener geworden und die Nur-Hausfrau scheint vor dem Aussterben zu stehen.

Wenn sich eine Frau heute für ein Kind entscheidet, dann ist das eine sehr bewusste Entscheidung. Dann befindet sie sich in einer Beziehung, die beste Voraussetzungen bietet, um für lange Zeit oder sogar auf Dauer zu bestehen. Dann will sie sich als Frau fühlen und ihren Mutterinstinkt ausleben.

Das ist eigentlich ideal, um dem Kind ein bestmöglich geschütztes Umfeld zu bieten. Mit einer Mutter, die immer da ist und einem Vater, der für die wirtschaftliche Sicherheit sorgt. Doch die moderne Gesellschaft denkt so nicht. Mutter zu sein gilt nämlich heute nicht mehr als Lebensaufgabe, sondern ist nur noch ein biologischer Begriff. Ein Kind wird auch nicht mehr betreut, bis es auf eigenen Beinen durchs Leben gehen kann, sondern meist nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem man es dem Kindergarten übergeben kann.

Denn wir leben in einem Land, in dem die Menschen mehr als die Hälfte ihres Einkommens vom Staat abgenommen bekommen, damit dieser das Klima retten und recht fragwürdige grüne Projekte in aller Welt finanzieren kann. Da bleibt für den Einzelnen recht wenig zum Leben übrig und eine Frau und Mutter versucht, so schnell wie möglich wieder ihren Job fortzusetzen, für den sie oft viele Jahre studiert hat.

Ein Paar, das sich lieber einschränkt, damit die Mutter zu Hause bleiben kann, stößt in unserer Gesellschaft eher auf Unverständnis. Mutter sein gehört irgendwie nicht zu den erstrebenswerten Lebensinhalten. Eine Frau hat schließlich heute alles zu tun, um unabhängig zu bleiben und das bedingt nun mal einen eigenen Job, der auch noch da ist, wenn sich der Mann entscheiden sollte, das Weite zu suchen. So denken zumindest die Emanzen, die heute einen Großteil der Medienschaffenden ausmachen und das Denken der anderen Frauen beeinflussen.

Eine Nur-Hausfrau hat heute schnell den Stempel des dummen Hausmütterchens, das sich von ihrem Mann abhängig gemacht hat. Als dumm gilt sie auch, weil es keine zwei Einkommen mehr gibt und damit das Auto eine Nummer kleiner ausfällt, die Eigentumswohnung ein Traum bleibt und der nächst Urlaub in Bayern stattfindet, statt irgendwo an exotischen Stränden. Deshalb halten es viele Mütter für klüger, ihr Kind morgens in der Kita abzuliefern, um den gewohnten Lebensstandard weiter fortführen zu können. Was für das Kind selbst besser wäre, spielt in diesen Köpfen nur eine untergeordnete Rolle.

Hinter vorgehaltener Hand wird jede Mutter, die sich dafür entschieden hat, zu Hause zu bleiben, bis das Kind eine gewisse Selbstständigkeit erreicht hat, für bequem gehalten. Oder sie gilt schlicht und einfach als dumm, weil sie auf viel Geld verzichtet, das sie in dieser Zeit einnehmen könnte. Hausarbeit ist eben nichts wert, weil man dafür kein Gehalt erhält und keine Steuern zahlen muss. Erziehung überlässt die moderne Frau professionellen Erziehern, die diesen Job gelernt haben. Alles andere ist doch irgendwie hirnrissig und einer emanzipierten Frau nicht würdig.

Dabei ist es auch Emanzipation, wenn man sich standhaft dem allgegenwärtigen Druck widersetzt, möglichst viel Geld zu verdienen und wieder auszugeben. Es hat viel mehr mit Selbstverwirklichung zu tun, sich um das eigene Leben und das des eigenen Kindes zu kümmern, als tagtäglich irgendeinen sinnentleerten Job zu machen und nach den Vorgaben anderer zu leben. Denn 8 Stunden Arbeit am Tag und vier Wochen Jahresurlaub kann man nun wirklich nicht als Freiheit und Unabhängigkeit bezeichnen. Da stellt sich eher die Frage, wer hier die richtige Lebenseinstellung hat und wer einfach nur tut, was alle tun.

Denn eigentlich werden Nur-Hausfrauen durchaus beneidet, auch wenn es heute nicht als politisch korrekt gilt, das offen auszusprechen. Viele Frauen wären nämlich lieber ganz einfach nur Frau und würden das tun, wozu sie die Natur geschaffen hat, anstatt ihre Energie zwischen Kindern und Job aufzureiben. Man darf nämlich nicht vergessen, dass zwei Gehälter auch bedeuten, dem Staat eines davon in Form von Steuern zu schenken.

Die Kita ist durchaus wichtig für ein Kind, um Sozialverhalten zu lernen und die eigenen Lebenseindrücke zu verbreitern. Außerdem geben ein paar Stunden Kita am Tag auch der Mutter die Chance, die Zeit sinnvoll zu nutzen und damit neue Lebensinhalte zu realisieren und ihren Horizont zu erweitern. Das tut wiederum auch der Beziehung gut, denn eine allein auf ihre Kinder fixierte Nur-Hausfrau wird im Laufe der Zeit so viel geistige Substanz abbauen, dass sie für ihren Mann kein ernst zu nehmender Gesprächspartner mehr ist.

Ein luxuriöser Lebensstil gilt zwar für die meisten Menschen in unserer materialistischen Welt als das oberste Ziel und als Sinn ihres Daseins. Doch Zeit ist noch immer der wahre Luxus. Zeit zu haben, um die Generation von morgen aufwachsen zu sehen, hat einen weitaus größeren Sinn als ein Fulltime-Job mit begrenztem Urlaubsanspruch. Und eine entspannte Frau, die nicht gestresst aus dem Büro kommt, auf dem Heimweg noch schnell die Tochter von der Kita abholt und mit den Gedanken überall ist, nur nicht zu Hause, ist auch für einen Mann nicht das, was er sich unter einer lebenswerten Beziehung vorgestellt hat.

Was vielleicht der Grund dafür ist, dass es so viele alleinerziehende Mütter gibt, deren Mann das Weite gesucht hat, weil er eine dauergestresste, emanzipierte und unabhängige Ehefrau einfach nicht mehr aushalten konnte.

Das Leben ist eben immer eine Frage von Ursache und Wirkung.

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