Manchmal sind es die kleinen Dinge, die darüber entscheiden, ob eine Frau einen Mann attraktiv empfindet oder nicht. Die meisten Männer wissen selbst nicht, wrin ihre Anziehungskraft besteht. Aber diejenigen, die sich ihrer Stärke bewusst sind, können sie gezielt einsetzen, um genau die gewünschte Eirkung zu erzeugen.
Männer sind allgemein nicht unbedingt für ihre Geduld bekannt. Männer wollen etwas erreichen. Sie wollen vorankommen. Sie wollen Ergebnisse sehen und das so schnell wie möglich. Doch was im Berufsleben genau richtig ist, erweist sich beim Dating oft als eher hinderlich. Entgegen der heute oft beschworenen These sind nämlich Mann und Frau alles andere als gleich. Ihr Gehirn ist unterschiedlich strukturiert. Ihre Denkprozesse unterscheiden sich grundlegend. Auch die Herangehensweise bei der Lösung von Problemen folgt völlig unterschiedlichen Wegen.
Das kann man sogar messen, denn auch wenn Mann und Frau mit genau derselben Tätigkeit beschäftigt sind, werden dabei oft völlig andere Gehirnregionen aktiviert. Deshalb ist nicht selten auch die Arbeitsweise völlig anders und das Ergebnis ebenso. Es sollte daher nicht verwundern, wenn auch beim Dating die Vorgehensweisen, Wahrnehmungen und Reaktionen zwischen Mann alles andere als gleich sind.
Oft kann man beobachten, dass sich die Männer eher stürmisch verhalten. Sie können mit dem Schwebezustand zwischen Ablehnung und Zustimmung einfach nicht umgehen. Sie wollen bereits nach dem ersten Treffen genau wissen, ob es Sinn macht, die Sache weiterzuverfolgen, oder ob es reine Zeitverschwendung ist. Deshalb drängen sie auch darauf, von ihr noch vor dem Auseinandergehen eine verbindliche Zusage für das nächste Date zu erhalten. Das verbuchen sie dann als Erfolg und tragen den „Termin“ gleich in ihren Kalender ein.
Für einen Mann ist nämlich das erste Date wie das erste Kick-off-Meeting bei einem größeren Projekt: Man lernt sich kennen, steckt die Eckpunkte ab und weiß am Ende, ob man sich für die Sache engagieren will oder eher nicht. Unverbindlichkeiten führen dabei nicht weiter und das Vertagen von Entscheidungen verzögert den Projektablauf nur unnötig. Am Ende des ersten Treffens muss zumindest eine konkrete Absichtserklärung stehen.
Das Kennenlernen eine Frau sieht der Mann aus genau demselben Blickwinkel: Man trifft sich, man checkt sich gegenseitig ab und kommt zu einer ersten Entscheidung. Ist die Frau vielversprechend, ist schon mal klar, ob es ein weiteres Treffen geben wird oder nicht. Hat er sie online kennengelernt und noch nie live gesehen, wird er sie genau beäugen und weiß am Ende, ob ihr Äußeres zu seinen Vorstellungen passt oder eher nicht. Dann ist schon mal der erste Punkt abgehakt und er weiß zumindest ob sie seine Fantasie beflügelt oder eher kalt lässt.
Das danach folgende Gespräch wird dann entweder an der Oberfläche bleiben oder in die Tiefe gehen. Macht sie ihn definitiv nicht an, dann kann sie sich noch so viel bemühen, seine Entscheidung steht bereits fest und der restliche Abend findet eigentlich nur noch aus Höflichkeit statt. Ist schon mal der erste Funke übergesprungen, wird er möglichst alles über sie wissen wollen, um sein Interesse zur Entscheidung zu führen. Schließlich hat das Treffen ja einen konkreten Grund und am Ende muss eine klare Ja/Nein-Entscheidung stehen.
Ist seine Schlussfolgerung positiv, setzt bei ihm automatisch das Kopfkino ein. Er wird sich schon auf dem Heimweg ausmalen, wie die Beziehung zu ihr in einem Jahr aussehen wird. Er wird sie sich als „seine“ Frau vorstellen und schon die ersten Details eines gemeinsamen Lebens festlegen. Denn ein Mann kann mit einem Vielleicht nichts anfangen. Er braucht klare Visionen, konkrete Ziele und eindeutige Ergebnisse. Ungewissheit ist für ihn nur schwer auszuhalten.
Frauen reagieren hier völlig anders. Bei ihnen läuft das Kennenlernen eher auf der emotionalen Ebene ab. Sie achten vor allem auf Kleinigkeiten in seinem Verhalten. Sieht er ihr in die Augen, wenn er mit ihr redet, oder schweift sein Blick immer wieder ab? Will er wirklich wissen, was sie denkt und fühlt, oder will er sie nur beeindrucken und redet vor allem über sich selbst? Ist er wirklich an ihr und ihrem inneren Ich interessiert, oder geht es bei ihm vor allem um Äußerlichkeiten? Ist er ein Trophäenjäger, der sie nur erobern will, weil das seinem Ego guttut, oder wird sie in seinem Leben eine wichtige Rolle spielen?
Eine Frau ist also eher an der möglichen Beziehung interessiert und nicht so sehr an der körperlichen Ebene. Sie will ihn richtig einschätzen und herausfinden, ob er ihr guttut. Im Vergleich zum Mann ist sie eher bereit, körperliche Unvollkommenheiten zu tolerieren, wenn er ein „guter Mann“ ist, mit dem sie ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen kann. All das lässt sich aber beim ersten Date nicht wirklich klären. Deshalb ist sie selten von Anfang an Feuer und Flamme, sondern geht die Sache eher langsam an.
Und sie schätzt es wehr, wenn er ihre Gangart versteht und sie nicht unter Druck setzt. Ein Mann, der ihr die Zeit gibt, die sie einfach braucht, um die Situation auf sich wirken zu lassen, stößt bei ihr also auf positive Empfindungen. Jeder Versuch, sie zu beeindrucken, zu überzeugen und zu schnellen Handlungen zu drängen wird jedoch mit einem gewissen inneren Widerstand aufgenommen. Sie weiß nämlich instinktiv, dass ein Mann, der wenig Rücksicht auf ihre weiblichen Empfindungen und ihre behutsamere Gangart nimmt, vermutlich auch später eher dominierend auftreten und sie nicht ernstnehemen wird.
Wenn du das weißt, wirst du ihr den Raum einräumen, den sie braucht. Du wirst sie nicht einfach an deinen Maßstäben messen, sondern anerkennen, dass ihr Gehirn völlig anders tickt als deines. Du wirst sie nicht sofort vereinnahmen und nichts tun, was sie als Beeinflussung oder gar als ungeduldiges Bedrängen empfindet. Lasse ihr also ein paar Tage Zeit zu Reflektieren, bevor du dich wieder meldest. Dränge auch nicht auf eine Entscheidung, sondern belasse es damit, einfach den Kontakt aufrecht zu erhalten.
Du wirst ganz sicher an ihren Reaktionen merken, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, sie zu einem weiteren Date einzuladen. Reagiert sie nur zögernd und unverbindlich, dann ist entweder ihr Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen, oder wie hat schlicht und einfach kein Interesse.
Geduld zahlt sich also aus. Der Versuch, die Sache zu beschleunigen, wird ganz schnell als eine männliche Art der Nötigung empfunden. Mann und Frau sind eben nicht gleich, sondern denken und handeln auf sehr unterschiedliche Art.
