Nur ein Konto zu haben, kann tödlich sein

Aus Fehlern wird man klug. Und bei Banken tappen viele Menschen in die Falle, die sie vorher einfach nicht gesehen haben. Denn Banken sind keine Verbündeten, die zu dir halten, wenn es eng wird. Sie sind Gegner, gegen die man sich wappnen muss.

Deine Bank bekommt als Erste mit, wenn du Geldprobleme hast. Dein Kontostand ist monatelang am Anschlag. Abbuchungen laufen zurück und das Geld fließt weg, sobald dein Gehalt überwiesen ist und du für ein paar Tage solvent bist. Doch deine Bank wird dir dabei keine Hilfe sein. Im Gegenteil. Sie wird dich als erhöhtes Risiko einschätzen und dir vielleicht sogar die Kreditlinie kappen.

Spätestens dann spürst du, dass deine Bank nicht der Helfer an deiner Seite ist, sondern vor allem eigene Interessen verfolgt. Banken sind Teil des Systems und du bist nur eine Zahl, die heute von ausgeklügelten Algorithmen überwacht wird, ohne dass ein Mensch daran beteiligt ist. Bist du profitabel, dann wirst du hofiert. Wirst du zum Problem, dann wirst du ganz schnell fallengelassen.

Es hat schon seinen Grund, wenn kritischen Mitbürgern ohne jede Begründung das Konto gekündigt wird und mittlerweile jeder, der als „rechts“ eingestuft wird, als unerwünschter Bankkunde gilt.

Doch ganz gleich, ob du mit oder ohne eigenes Verschulden zum „schlechten“ Kunden wirst. Ein kluger Mensch sorgt vor und hat immer einen Plan B, der ihn vor unliebsamen Überraschungen schützt. Und dazu gehört die einfache Maßnahme, immer mehr als ein Bankkonto und erst recht mehr als eine Kreditkarte zu haben. Denn ohne Konto bist du tot, gelähmt und von heute auf morgen handlungsunfähig. Und ohne funktionierende Kreditkarte wirst du von vielen Annehmlichkeiten ausgeschlossen, die dir heute noch gar nicht bewusst sind.

Dann hilft dir auch der dauerfreundliche Berater am Bankschalter nicht. Der hat nämlich heute nichts mehr zu sagen. Er ist auch kein Berater, auch wenn er sich gerne so nennt. Er ist vor allem ein Verkäufer, der den Auftrag hat, dir irgendwelche Bankprodukte anzudrehen. Es macht daher heute keinen Sinn mehr, eine Bank zu wählen, weil sie vor Ort eine Filiale hat. Die wird nämlich von Banken heute vor allem als Kostenfaktor gesehen und ist vielleicht morgen schon ein reines „Automatenkino“ aus Bankautomaten.

Dann macht es keinen Unterschied mehr, ob du in Geldsachen zur Filiale gehst oder gleich zu Hause bleibst und alles am PC oder Handy erledigst. Und es macht Sinn, sich gleich eine der zahlreichen Online-Banken zu nehmen, die sich kein teures Filialnetz leisten und dich auch nicht mit hohen Gebühren nerven.

Ein einfaches Girokonto muss nämlich heute keine Gebühren mehr kosten. Und es leistet mehr, als die Meisten von uns nutzen. Überziehen lässt sich so ein Konto allerdings nicht. Aber vielleicht ist gerade das der Grund dafür, deine Finanzen auf eine solide Grundlage zu stellen und nicht über deine Verhältnisse zu leben. Denn ein hoher Kontokorrent erscheint zwar verlockend. Aber er ist auch extrem teuer und eigentlich nur für die Bank von Vorteil.

Doch das merkst du erst, wenn du ihn bis zum Anschlag ausgereizt hast und jedes Jahr allein für die Zinsen ein dreistelliger Betrag im Nichts verschwindet. Außerdem: sobald der Bank-Algorithmus merkt, dass dein Einkommen nachlässt, wird dir der Kontokorrent ganz schnell gekappt. Da hilft dann auch kein Gespräch mit dem Bankberater mehr und du hast ein ernstes Problem.

Verzichte also gleich auf den sowieso hilflosen Bankberater. Such dir lieber ein kostenloses Online-Konto und ersetze den Kontokorrent durch eine separate Kreditkarte mit möglichst hohem Limit, die dir zusätzliche finanzielle Flexibilität verschafft.

Und vergesse nicht: Ein Konto ist das Minimum. Zwei oder mehr Konten geben dir die Sicherheit, die du dir leisten solltest. Denn das Core-Banking, das im Hintergrund jeder Bank läuft, hatmit seiner KI längst den Bankberater ersetzt. Es stammt von nur wenigen internationalen Anbietern und unterscheidet sich heute von Bank zu Bank nur wenig.

Wer also heute noch an seiner Bank festhält und hohe Kontoführungsgebühren zahlt, der zeigt damit eigentlich nur, dass er keinen Durchblick hat.

Schließlich gibt es heute Konten komplett mit Kreditkarte, für die keinerlei Gebühren fällig sind.

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