Wir leben in einer Welt, die zunehmend von Verweiblichung geprägt ist. Der Feminismus hat es bis in die Politik geschafft. Statt Mann und Frau gibt es mittlerweile eine beliebige Art von Zwischengeschlechtern, die sich zu einer bunten Vielfalt addieren. Davon sind zumindest einige Professoren überzeugt, die an den heutigen Hochschulen Gender Studies lehren.
Da wird es Zeit, an den klassischen Mann mit Bartwuchs und Penis zu erinnern, den es nach wie vor gibt. Und der nach wie vor die Fäden in der Hand hält, auch wenn ein Heer an weiblichen Gleichstellungsbeauftragten alle Hebel in Bewegung setzen, um ihn von den Gehaltslisten der Unternehmen zu vertreiben.
Das Märchen vom grundsätzlich “toxischen“ Mann hat sich nämlich tief ins Bewusstsein vor allem der weiblichen Leser, Hörer und Zuschauer eingeprägt. Demnach sind die meisten Probleme dieser Welt männlichen Ursprungs. Kriege und soziale Ungerechtigkeiten – an allem scheinen irgendwie die Männer Schuld zu sein. Der weiblichen Hälfte der Menschheit werden hingegen gerne noble Motive wie Gleichheit, Gerechtigkeit und Sozialbewusstsein angedichtet.
Oberflächlich gesehen scheint da auch etwas dran zu sein. Kriege wurden schließlich bisher fast ausschließlich von Männern angezettelt. Auch die politischen Systeme dieser Welt sind vorwiegend Männerwerk. Aber Männer haben auch die Medizin vorangetrieben und die Physik erforscht. Viele Krankheiten sind mittlerweile heilbar. Die Antibaby-Pille ist ebenfalls eine Männererfindung. Genauso wie die bequeme Fortbewegung per Flugzeug, Bus, Bahn und Auto. Die großen Erfindungen von Frauen kann man hingegen an einer Hand abzählen.
In den Naturwissenschaften sind Frauen nach wie vor in der absoluten Minderheit. Weibliche Ingenieure gibt es, aber sie geben definitiv nicht den Ton an. Dafür gibt es ein Heer weiblicher Mediendesigner und in der Medienwelt geben sie längst den Ton an. Wusstest du, dass die altehrwürdige New York Times fest in Frauenhand ist? Kommunikation war eben schon immer ihre Stärke, denn reden konnten sie schon immer besser, als etwas Handfestes zu tun.
Dafür sind Frauen heute deutlich häufiger als in früheren Generationen im Gesundheitswesen anzutreffen und das durchaus nicht nur in den Pflegeberufen, sondern auch als Ärztinnen und das mit auffallend hohem Engagement. Dass es so viele weibliche Kommissare gibt, wie in den einschlägigen Serienkrimis, ist allerdings nur Fiktion. Hier kommt einfach zu Ausdruck, dass die meisten Drehbuchschreiber eben weiblich sind und das schreiben, was irgendwie zum Zeitgeist passt.
Denn eines ist seit Jahrtausenden gleich geblieben. Frauen wollen zwar wahrgenommen und beachtet werden. Aber irgendwie hat das immer mit ihrem Körper, ihrem Aussehen und dem zu tun, was Männer als anziehend empfinden. Berühmte Frauen kennt man daher nur selten für ihre herausragenden Leistungen. Man erlebt sie als Schauspielerinnen. Und man kennt sie als Models, die ihren Körper für die großen Mode-Labels in Szene setzen. Doch die wirklich bedeutenden Designer und Regisseure, von denen sie dirigiert werden, sind meist Männer. Sie machen Kasse mit ihren Kreationen. Sie bestimmen die weltweiten Modetrends und sagen der Frauenwelt, was sie zu tragen hat.
Denn die meisten Frauen wollen eigentlich gar nicht im Rampenlicht stehen. Sie machen lieber still und zuverlässig ihre Arbeit im Hintergrund. Deshalb gibt es viele Zahnärzte, aber weit mehr Zahnarzt-Helferinnen. Nur die Physio-, Ergo- und sonstigen Therapeuten sind in der Mehrzahl Frauen. Ärztinnen jeder Fachrichtung sind zwar mittlerweile recht zahlreich. Aber der Chefarzt ist dennoch in den meisten Fällen ein Mann.
Nicht viel anders sieht es in der Beziehung zwischen Mann und Frau aus. Eine „moderne“ Beziehung wird zwar heute mit Werten wie Partnerschaft und Gleichberechtigung in Verbindung gebracht. Aber eigentlich suchen Frauen keine Männer auf Augenhöhe. Sie denken eher an einen Mann, zu dem sie aufblicken können. Einer, der ihnen Stärke und Sicherheit vermittelt und auch schon mal ein Machtwort spricht, wenn man sich nicht einigen kann.
Dazu passt, dass Frauen nur selten die Initiative entwickeln und selbst nach dem „richtigen“ Mann suchen. Ihn gezielt anzusprechen ist nicht ihr Ding. Eher suchen sie dezent seine Nähe, setzen sich sexy in Szene und hoffen darauf, von ihm entdeckt und „angebaggert“ zu werden. Symbolisch gesehen stehen sie lieber am Straßenrand und stellen sich gut sichtbar zur Wahl. Wenn sie besonders attraktiv sind, spielen sie die Unnahbare und fühlen sich fürchterlich wichtig, wenn ein Mann alles tut, um ihre Gunst zu erlangen.
Überhaupt ist die Kommunikation zwischen den Geschlechtern alles andere als unproblematisch. Männer sind eher direkt und sagen, was sie wollen. Sie sehen ihre Frau auch irgendwie als ihren persönlichen Besitz an und fühlen sich in ihrer Männlichkeit gekränkt, wenn sie verlassen werden. Frauen hingegen kommunizieren eher indirekt, was dazu führt, dass ihre subtilen Botschaften vom einem Mann oft gar nicht wahrgenommen werden. Sie lieben mehr oder weniger versteckte Andeutungen und wundern sich dann, wenn diese nie ihr Ziel erreichen.
Denn niemand sagt den Männern, was eine Frau wirklich meint mit dem, was sie tut und sagt. Niemand schlüsselt ihre verwickelten Gedanken auf. Niemand entfernt die Fassade ihrer Worte und entzaubert damit die Aura des Geheimnisvollen, mit der sie sich gerne umgibt. Stattdessen kümmern sich Psychologen um das, was schiefgelaufen ist und versuchen ein Problem zu lösen, das sich längst tief in der Psyche verfestigt hat.

Was Frauen nicht sagen und Männer nicht hören
Wenn man den aktiven Teil des Lebens hinter sich hat, beginnt die Phase der Erinnerungen. Man denkt zurück und zieht seine Schlussfolgerungen. Man weiß, was man richtig gemacht hat und vor allem, was schiefgelaufen ist. Und man hat einen Erfahrungsschatz aufgebaut, der einfach zu schade ist, um in Vergessenheit zu geraten.
Stephan Wolfrath ist Texter, Übersetzer und Journalist. Seine Welt war immer das geschriebene Wort. Sein Leben war interkulturell geprägt. Seine privaten Gedanken sind in unzählige Essays und Artikel eingeflossen. Er hat die erste Hälfte seines Lebens in einer klassischen Ehe verbracht, während die zweite von zahlreichen Erlebnissen mit Frauen aus aller Welt geprägt war.
Dies ist sein zweites Buch mit Gedanken über die Frauen. Hier schreibt ein Mann, dessen ganzes Leben aus Kommunikation bestand. Er widersetzt sich dem heutigen Mainstream und sagt, dass Männer und Frauen alles andere als gleich sind. Und er schreibt über die Unmöglichkeit, mit Frauen reibungslos und ohne Missverständnisse zu kommunizieren. Es ist die Zusammenfassung seiner seit vielen Jahren gepflegten Ratgeber-Reihe. Und es sagt so manchem Mann, wie er mit seiner Frau umgehen muss und warum das was sie sagt, nur selten mit dem identisch ist, was sie eigentlich glaubt, hofft, denkt und will.
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