Dating: Sie will keinen Bettler. Sie will einen Mann.

Die Frau von heute fühlt sich freier und unabhängiger als je zuvor. Doch sie zeigt auch ein zunehmend ambivalentes Verhalten, das eher Unsicherheit als Selbstbewusstsein ausdrückt. Man spürt förmlich, dass da ein großer Kampf zwischen sein wollen und sein sollen in ihr abläuft. Auf der einen Seite gibt es in ihrem Inneren diese über Jahrtausende vererbten Gene, die den Wunsch nach dem starken Mann auslösen, dem sie sich bedingungslos anvertrauen kann. Auf der anderen Seite redet man ihnen auf den unterschiedlichsten Kanälen ein, dass es einfach nicht zu einer modernen Frau passt, sich auf einen Mann zu verlassen oder sich ihm gar unterzuordnen.

Für den Mann von heute ist das alles nicht weniger verwirrend. Eigentlich sagt ihm sein inneres Programm, dass eigentlich er der Macher ist und das Sagen hat. Er folgt nach wie vor dem Urinstinkt, nach dem eine Frau behütet und beschützt werden muss. Schließlich ist er ihr nicht nur physisch weit überlegen. Er hat auch von Natur aus die notwendige Robustheit, um den allgegenwärtigen Anfeindungen des Lebens zu trotzen.

Doch dir Frau von heute tut so, als gäbe es diese alten Verhaltensmuster nicht mehr. Sie hat sich einen schützenden Kokon zugelegt, der sie unnahbar erscheinen lässt, aber eigentlich nur ein Schutzschirm vor der männlichen Vorherrschaft dient. Männer sind ihr nämlich als grundsätzlich als toxisch und frauenfeindlich eingeredet worden. Das kann man zumindest auf allen Portalen und vor allem in den mittlerweile fast ausschließlich digitalen Medien nachlesen. Wobei in diesen Medien vor allem Frauen schreiben, die den Virus der Emanzipation in sich tragen und alle anderen Frauen damit anstecken wollen.

Der verwirrte Mann wiederum fühlt sich heute auf sich gestellt und irgendwie allein gelassen. Er stellt frustriert fest, dass die Frauen von heute zwar durchaus einen Mann brauchen und ständig auf der Suche nach dem Richtigen sind. Aber sie scheinen nur noch in ihren eigenen Zirkeln zu leben und begegnen ihm mit zunehmendem Argwohn. Daraus folgt, dass es unzählige Themen gibt, die heute praktisch tabu sind. Über Sex redet man in unserer ach so freien Welt nicht. Zumindest nicht gegenüber einer Frau. Zeigt man ihr, dass man sie mag und überaus sympathisch findet, ordnet sie das womöglich als plumpe Anmache ein und schaltet für immer auf Distanz.

Versucht er, an irgendeinem gemeinsamen Interesse anzuknüpfen, trägt er ganz schnell das Label eines guten Freundes und muss mit ansehen, dass ein Anderer mit ihr küssend davonzieht. Gibt er sich zu offen und ehrlich, dann läuft er schnell Gefahr, als langweilig markiert zu werden, denn die Realität ist eben meist weit weniger faszinierend als der große Schein. Spielt er ihr hingegen eine genau ausgeklügelte Rolle vor, um ihr Interesse zu fesseln, dann trifft er nicht selten auf uraltes Klischeedenken und landet in einer Schublade, die eigentlich nicht seinem Ich entspricht.

Eigentlich will seine männliche Genetik nur eines: Er will einfach nur eine Frau finden, die seine Sinne triggert, um dann ihre gesamte Denk- und Gefühlswelt beherrschen. Er will sie ganz für sich allein haben und sich sicher sein, dass sie keine Augen für irgend einen anderen Mann hat. Er will für sie sorgen und an seiner Seite haben, damit jeder sehen kann, dass sie zu seinem Besitz gehört und für jeden Anderen tabu ist.

Er will nicht ihr „Partner“ sein, wie man das heute gerne nennt um damit eine möglichst freie und unverbindliche Beziehung zu verbinden. Er will die Zügel in der Hand behalten und darüber bestimmen, wohin ihr Weg führen soll. Er will ihr ein zu Hause bieten, in dem sie sich sicher und geborgen fühlt. Und er will der Herr in seinem Haus sein, ohne dabei zwangsläufig zum Diktator zu werden.

Ein entschlossener Mann wird daher nicht auf samtweichen Füßen daherkommen. Er wird sich nicht zaghaft an sie heranmachen, um hoffentlich irgendwie ihre Zuneigung zu gewinnen. Er wird sich auch nicht von seinen Begierden treiben lassen, bis ihm der Speichel aus den Mundwinkeln rinnt, sondern die Oberhand über seine Gefühle behalten. Deshalb wird er auch kein Süßholz raspeln, sondern ihr mit seinem ganzen Auftritt zeigen, dass er der Mann ist, der auf sie steht und auf den sie sich verlassen kann. Frauen mögen nämlich keine Männer, die auffallend nett zu ihnen sind. Sie mögen eigentlich auch keine „Partner“, die sich scheuen, klare Ansagen zu machen und aus lauter Rücksichtnahme ihre eigenen Bedürfnisse verleugnen. Sie wollen auch nicht auf Händen getragen, auf ein Podest gestellt und angehimmelt werden. Sie mögen gestandene Männer, die keine Spielchen spielen, sondern selbstbewusst auftreten und sich so geben, wie sie sind. Sie wollen zwar wahrgenommen werden und schätzen es, wenn er ihr zuhört. Aber ein Mann, der sich ständig verbiegt, nur um einer Frau zu gefallen, erntet damit weder Achtung noch Anerkennung.

Frauen mögen auch Männer, die sich rar machen, und das vor allem in der ersten Phase des Kennenlernens. Sie kommunizieren zwar gerne und ständig über alle Medien. Aber sie wollen spüren, dass es im Leben ihres Manns auch noch andere Dinge gibt, die ihm wichtig sind. Es ist daher unattraktiv für sie, wenn ein Mann ständig am Handy hängt und sofort auf jede WhatsApp-Nachricht antwortet.

Frauen riechen es förmlich, wenn ein Mann „bedürftig“ ist, wenn er eine Frau „braucht“ und glaubt, ohne sie nicht leben zu können und alles tut, um ihre Zuneigung zu erhalten. Doch das ist nicht der Typ Mann, der in ihren Genen steckt. Das ist nicht der Jäger, der sie sich einfängt um sie zu seinem Besitz zu machen. Das ist eher der Beischlafbettler, der von ihr träumt und dankbar für ihre Zuneigung ist. Ein Mann, der keine Stärke ausstrahlt und bei dem sie sich nie beschützt und geborgen fühlen wird.

Das Spiel zwischen Mann und Frau hat sich nämlich seit Jahrtausenden nicht wesentlich verändert. Nur die Spielregeln wurden angepasst und den Frauen wurden Möglichkeiten eingeräumt, von denen sie vor zwei Jahrhunderten nur träumen konnten.

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