Strafen: Als noch Stock, Leder und Peitsche regierten

Sie will natürlich geliebt werden und schätzt es, wenn du sie auf Händen trägst und alles für sie tust. Doch sie ist ein Weib und wird dich nur respektieren, wenn du das Zeug zum Führer hast und deine Macht allgegenwärtig ist. Und dazu gehört bei vielen Frauen auch die Angst vor deiner harten Hand. Denn Respekt hat immer auch etwas mit Angst zu tun und was könnte sie mehr fürchten, als einen Mann, in dessen Gegenwart man besser nicht nackt ist, wenn er verärgert ist.

Sie wäre bestimmt nicht die Erste, die von ihrem Mann verdroschen wird. Die Frauenhäuser sind voll davon. Voll von Frauen, die vor einem Mann geflohen sind, der sie grün und blau geschlagen hat. Nicht nur einmal, sondern immer wieder. Nicht wenige von ihnen sind Moslems und von Kopf bis Fuß verschleiert. Ihre Anwesenheit treibt die Kosten für die Gemeinde in die Höhe, die zum Schutz misshandelter Frauen eigentlich gar nicht verpflichtet ist.

Aber zurück können sie nicht. Denn ein echter Moslem betrachtet seine Frau als persönliches Eigentum. Er sieht es als sein gutes Recht an, seine Frau zu züchtigen, wenn sie nicht pariert. Und er hält es für einen großen Nachteil, in einem westlichen Land zu leben, in dem das verboten ist und ihm die Polizei den Kontakt mir ihr verbietet, anstatt sie wieder zu Haue abzuliefern, wie das in seiner Heimat üblich ist.

Auch in den Notaufnahmen der Krankenhäuser sind Frauen mit gebrochenen Nasen, blauen Augen und Hämatomen am ganzen Körper einallnächtliches Problem. Manche werden heulend von der Polizei eingeliefert. Andere sind so übel zugerichtet, dass sich erst einmal der Notarzt um sie kümmern musste. Doch die meisten von ihnen finden nie den Weg ins Frauenhaus. Sie denken auch nicht daran, ihren Peiniger zu verlassen.

Stattdessen steht der Kerl am nächsten Tag mit einem riesen Blumenstrauß am Krankenbett und die Schwestern sind alles andere als überrascht, wenn die beiden wenig später Arm in Arm das Krankenhaus verlassen, als wäre nichts Weltbewegendes passiert. Das ist es auch nicht, denn sie trägt zwar noch immer die Spuren seiner Macht, aber sie hat ihm bereits vergeben. Wieder vergeben, denn es war nicht das erste Mal und es wird ganz sicher nicht das letzte Mal gewesen sein.

Manche Frauen sind eben so. Wenn sie lieben, dann voll und ganz und ohne Wenn und Aber. Denn zur Liebe gehört Vergebung. Das hat schließlich schon Jesus gesagt. Außerdem ist sie ja an jedem einzelnen blauen Fleck selbst schuld. Sie hat sich schließlich ihrem Mann widersetzt. Sie hat ihn gereizt und seine Wut herausgefordert. Und sie wusste, wie er reagieren wird, wenn es ihr mal wieder „zeigen“ will.

Das ging Mutter nicht viel anders, wenn sie sich Vater widersetzt hat. Und auch Oma konnte sich noch gut an die weniger schönen Zeiten mit ihrem Mann erinnern. Eine Frau hat zu tun, was ihr Mann von ihr erwartet, war die gängige Meinung zu ihrer Zeit. Und er hatte damals sogar das Recht, sie zu züchtigen. So stand es im Gesetz, das in Europa erst in den 50er Jahren abgeschafft wurde. Anderswo überhaupt nicht, denn Religion und Kirche waren schon immer der Meinung, dass der Mann das Haupt seiner Frau ist, der Herr im Hause und der Herrscher über alle, die seinen Namen tragen.

Früher war daher die Peitsche ein ganz normales Utensil, das in keinem Haushalt fehlen durfte. Die siebenschwänzige Riemenpeitsche, die höllisch brennende Reitgerte, die selbst geschnittene Weidenrute, Vaters breiter Ledergürtel oder der gnadenlose Rohrstock. Damals konnte man sie in jedem Krämerladen kaufen. Heute findet man solche Instrumente nur noch im gut sortierten Fetischhandel. Denn die Züchtigung eines Weibes war schon immer mehr als ein Bestrafungsakt. Es war damals und ist auch heute noch auch ein erotischer Vorgang, der beim Hausherrn eindeutig sexuelle Impulse auslöst.

Eine vor allem in der westlichen Welt bestehende BDSM-Szene ist sich dessen bewusst. Dort zelebriert man die Macht des Mannes (und gelegentlich auch die Macht der Frau) man hüllt sich in Lederklamotten und schwingt die Peitsche. Man tut das, wozu früher ein Mann einfach nur Mann sein musste, um seine Macht auszuleben und seine Familie samt Ehefrau in Zucht und Ordnung zu halten. Damals war das allgemein akzeptiert und damit normal. Heute gilt es als toxische Männlichkeit, ist gesellschaftlich geächtet, wird schlicht und einfach als Körperverletzung eingestuft und steht im Strafgesetzbuch.

Denn die Wertbegriffe haben sich (zumindest in der westlichen Welt) gründlich verändert. Mittlerweile sind mehr als zwei Generationen junger Mädchen herangewachsen und haben noch nie einen Stock, eine Rute oder gar eine Peitsche gespürt.

Doch die Vorstellung von Recht und Ordnung ist ins Wanken geraten. Eine echte Erziehung findet heute in weiten Kreisen schlicht und einfach nicht mehr statt. Ein Kind, einen Jugendlichen oder gar eine Ehefrau zu bestrafen löst Entrüstung aus. Mit der Folge, dass sich die einst hoch geschätzten Eigenschaften wie Höflichkeit, Ehrerbietung oder Respekt vielerorts in Luft aufgelöst haben und eine allgemeine Verrohung der Sitten zu erkennen ist. Wurde früher eine jugendliche Kaufhausdiebin bei ihren Eltern abgeliefert, wo sie mit großer Wahrscheinlichkeit eine gehörige Tracht Prügel erhielt, greift heute das Jugendstrafrecht, sie muss ein paar Stunden Sozialarbeit leisten und das Thema ist erledigt.

Viele Menschen bedauern das. Nicht wenige von ihnen tun einfach, was in der Bibel steht und was die Großeltern schon getan haben. Vor allem in tief religiösen Kreisen, aber auch unter Ausländern gibt es daher weiterhin die Peitsche, die gut sichtbar an der Küchentür hängt und durchaus nicht zur Dekoration da ist. Oder den Rohrstock. Oder Vaters Ledergürtel.

Man kann zwar Gesetze erlassen, die den aktuellen Zeitgeist widerspiegeln. Aber man kann damit keine Traditionen aus der Welt schaffen, die sich über Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende, gebildet haben. Vor allem dann nicht, wenn sich zeigt, dass früher doch nicht alles falsch war, was im Laufe der Jahre abgeschafft wurde.

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