Wer noch immer der Vorstellung anhängt, Männer und Frauen seien gleich, hat die Natur nicht verstanden. Die Realität sieht nämlich völlig anders aus: Frauen sind Umsorger, Männer sind Versorger. Beide können perfekt zusammenspielen. Aber sie müssen es wollen. Und sie müssen erkennen, dass jeder von ihnen im Kopf völlig anders gestrickt ist und im Leben seine eigenen Stärken und schwächen hat.
Eine Frau reagiert nicht so offensichtlich auf das Äußere eines Mannes. Aber sie achtet sehr auf seinen Charakter und seine Fähigkeiten. Ob er einen mächtig großen oder einen eher kleinen Schwanz hat, ist für sie nicht das entscheidende Kriterium. Eher schon die Art, wie er damit umgeht. Denn sie will nicht in erster Linie gut gefickt werden. Sie will vor allem gut behandelt werden.
Trotz aller Emanzipation und der größeren wirtschaftlichen Unabhängigkeit, die eine Frau heute hat, ihr Mann sollte ihr vor allem ein Gefühl emotionaler Sicherheit bieten. Sie will sich in seiner Gegenwart beschützt und sicher fühlen. Und sie will geschätzt und verstanden werden. Das Ganze hat durchaus auch mit materieller Sicherheit zu tun.
Ein Mann mit einem ordentlichen Beruf steht daher höher im Kurs als einer, der ständig von einem Job zum anderen wechselt. Aber ob er Handwerksmeister ist, oder einen akademischen Titel hat, interessiert eigentlich nur neurotische Frauen mit Großstadtallüren, die ein ausgeprägtes Statusdenken haben und für einen Mann ohnehin eher ein Problem sind, als ein gichtiges Weib it weiblichen Eigenschaften.
Frauen haben eine deutlich ausgeprägtere Körperlichkeit als jeder Mann. Sie gehen jeden Morgen auf die Waage und geraten sofort in Panik, wenn die hundert Gramm mehr anzeigt als am Vortag. Außerdem stehen sie täglich vor dem Spiegel und entdecken überall „Problemzonen“, die unbedingt wegtrainiert werden müssen, und sind eigentlich nie wirklich mit sich zufrieden. Sie halten ihren Busen entweder für zu groß oder zu klein, aber nie für genau richtig.
Wenn es zu Problemen zwischen ihr und ihrem Mann gibt, führen sie diese sofort auf ihre tatsächlichen oder eingebildeten körperlichen Unzulänglichkeiten zurück. Ich bin viel zu dick geworden und er hat das Interesse an mir verloren, ist ihre Überzeugung, wenn er ein paar Tage eher zurückgezogen war und ihr nicht die erhoffte Aufmerksamkeit geschenkt hat. Wir kennen uns schon seit einer Ewigkeit und er hat das Interesse an mir verloren, glaubt sie felsenfest und wartet förmlich darauf, irgendwann den Lippenstift einer Anderen an seinem Hemd zu entdecken.
In Wirklichkeit hat er gerade Sorgen um seinen Job, Stress mit seinem Chef oder Probleme mit einem besonders wichtigen Auftrag. Doch er will den großen Macher spielen, der das Leben im Griff hat, und erzählt ihr lieber nichts davon, als von ihr als der Loser gesehen zu werden, der einfach nichts gebacken kriegt. In Wirklichkeit baut er mit seiner Zurückhaltung eine Mauer des Schweigens auf, mit der eine Frau einfach nicht umgehen kann.
Überhaupt haben die meisten Männer erhebliche Probleme mit der Kommunikation. Ihre Äußerungen beschränken sich auf das Wesentliche und ihre Emotionen behalten sie eher für sich. Dabei haben Frauen große Wertschätzung für einen Mann, mit dem sie alle Gedanken, Gefühle und Ängste teilen können. Sie schätzen dieses tief verankerte Wirgefühl, bei dem es keine Geheimnisse und auch keine unausgesprochenen Probleme gibt.
Im Gegensatz zu manchem Mann hat die Wahrnehmung von Liebe bei einer Frau erst in zweiter Linie etwas mit Sex zu tun. Er glaubt, wenn er sie mal wieder richtig durchgefickt hat und sie dazu gebracht hat, von einem Orgasmus in den anderen zu taumeln, ist die Welt in Ordnung und sie hat keinen Grund, sich zu beschweren. Sie hingegen erlebt eine völlig andere Körperlichkeit. Mehr als den einen richtig guten Fick vermisst sie den spontanen Klaps auf den Po, den er ihr früher immer gegeben hat, ohne dass es dafür einen konkreten Grund gab. Sie vermisst die ebenso spontane Umarmung, nicht aus einem ganz speziellen Grund, sondern einfach so. Das sind für sie die kleinen Zeichen dafür, dass sie wahrgenommen, geschätzt und irgendwie auch gelibt wird.
Ein Mann hingegen hat immer einen vollen Kopf. Wenn er morgens das Haus verlässt, denkt er bereits an den ersten Termin und vergisst dabei, sie zum Abschied zumindest flüchtig zu küssen. Er braucht einen elektronischen Kalender, um nicht ihren Geburtstag oder den gemeinsamen Hochzeitstag zu vergessen. Und er kann sich nicht mehr daran erinnern, wann er einen ganzen Abend nur mit ihr verbracht hat, um über alles mögliche zu reden und einfach nur im Kontakt mit ihr zu bleiben.
Sie wiederum braucht genau das. Sie muss das Gefühl haben, mit ihm verbunden zu sein und das emotional genauso wie geistig und körperlich. Sie schätzt diese scheinbar langweiligen Abende zu Zweit, an denen eigentlich nichts geschieht, außer dass man zusammensitzt und sich berührt, ein Glas Wein miteinander trinkt und sich vielleicht einen Fernsehfilm ansieht. Für einen Mann ist das Ausruhen, Feierabend, Entspannung. Für eine Frau steht dieselbe Situation für Wirgefühl, Zusammengehörigkeit, sowie emotionale und körperlich Verbindung.
Ein Mann ist nämlich der immer aufgeladene, unermüdliche und hoch aktive Macher, der für den Geldfluss sorgt und der Beziehung einen wesentlichen Teil ihrer wirtschaftlichen Grundlage gibt. Er durchmacht auch emotionale Höhen und Tiefen, obwohl er selten darüber redet und man ihm das nie wirklich ansieht. Er hat vielleicht kein so ausgeprägtes Bedürfnis nach Nähe, Berührung und den Austausch von Gedanken. Aber er ist nicht aus Stein und hat eine oft unausgesprochene Wertschätzung dafür, wenn seine Frau ihm Verständnis entgegenbringt, auch wenn mal etwas nicht so glatt gelaufen ist.
Was er definitiv nicht braucht, ist eine Frau, die nur seine negativen Seiten sieht. Er will nicht ständig für irgendwelche banalen Unvollkommenheiten kritisiert werden. Er möchte nach Hause kommen und das Gefühl haben, willkommen zu sein. Nicht, weil er nützlich ist. Nicht, weil er mit seinem Einkommen wesentlich zum Wohlstand beiträgt. Sondern einfach nur, weil er da ist.
Einer Frau sitzen die Tränen locker und sie schätzt es, wenn es einen Mann in ihrem Leben gibt, der sie einfach nur umarmt und ein paar tröstende Worte spricht. Aber auch einem Mann ist manchmal zum Heulen zumute und er wird es nie vergessen, wenn sie ihm dann körperliche Nähe zeigt und Verständnis zum Ausdruck bringt.
Aber er wird eine hohe Trennwand zu ihr aufbauen, wenn sie in solch einer Situation nichts anderes als Vorwürfe zu Ausdruck bringt und zerstört, anstatt aufzubauen. Genau so eine Trennwand steckt oft dahinter, wenn Paare auseinander gehen und eigentlich selbst nicht richtig wissen, was dazu geführt hat.
