Beziehung: Sex zwischen Wollen und Können

„Eine Frau kann immer,“ pflegte ein alter Schulfreund zu sagen und drückte damit eine Tatsache aus, die nur wenigen Männern wirklich bewusst ist. Er war ein eher dominanter Typ und seine Frau ein hübsches Blondchen, das alle bekannten Vorurteile in sich vereinte, die man sich über blonde Frauen erzählt. Er zeigte sich gerne mit ihr, denn sie diente vor allem dazu, sein Ego zu unterstreichen und alle Männer im Umkreis neidisch zu machen. Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie er mit ihr umging, wenn die Lust sein Handeln bestimmte und er seine Männlichkeit ausleben wollte.

Nein, er war kein Schläger und man sah sie auch nie mit einem blauen Auge. Dazu war er zu klug und wusste, dass man seinen Besitz sorgsam behandeln musste, um lange Freude daran zu haben. Aber niemand hatte Zweifel daran, dass sie zu Hause zu parieren hatte und dass ein Nein aus ihrem Munde nicht geduldet wurde. Ähnlich wie bei seinen Mitarbeitern, denn er war der Chef eines kleinen Unternehmens und höfliche Umgangsformen zählten nicht unbedingt zu seinen Merkmalen.

Grundsätzlich muss natürlich sowohl der Mann als auch die Frau in der passenden Stimmung sein, um richtig guten Sex zu haben. Wenn er keine Lust auf sie hat, dann regt sich schlicht und einfach nichts und sie wird sich selbst helfen müssen. Und wenn sie nicht bereit ist, dann bleibt sie eben trocken und er weiß, dass er die falsche Zeit erwischt hat.

Doch genau an diesem Punkt zeigt sich der entscheidende Unterschied zwischen männlichem und weiblichem Sex. Wenn er will und kann, dann kann er auch problemlos seinen Willen durchsetzen, ganz gleich, ob sie Lust auf ihn hat oder nicht. Und wenn sie trocken ist, dann spuckt er sich eben selbst den Weg frei und sorgt mit seiner Flüssigkeit für die erforderliche Gleitwirkung. Das ist auch der Grund, weshalb Frauen vergewaltigt werden können, aber der umgekehrte Fall schlicht und einfach nicht möglich ist. Denn wenn ein Mann schlaff ist, dann geht eben nichts und die Frau kann absolut nichts tun, um sich ihr Glück zu erzwingen.

Eine Tatsache, die sich schon in unserem Sprachgebrauch ausdrückt: Er heiratet sie und sie wird geheiratet. Er fickt sie und sie wird gefickt. Er nimmt sie und sie wird genommen. Er vergewaltigt sie und sie wird vergewaltigt. Er hat immer die Oberhand und sie muss sich seinem Willen beugen. Das unterscheidet den reinen Sex von der Liebe. Denn sie kann ihn durchaus aus ganzem Herzen lieben und er genießt es, von ihr geliebt zu werden, auch wenn Sex gerade kein Thema ist. Genau wie er ihr Geliebter und sie seine Geliebte sein kann.

Deshalb klingt es auch lächerlich in den Ohren eines Mannes, wenn eine Frau behauptet, wie hätte ihn gefickt. Das hört man zwar in unserer von der Emanzipation geprägten Welt recht häufig, aber es ist einfach widersinnig. Denn wie kann sie ihn ficken, wenn er sie nicht ficken will? Wie will sie ihn dazu zwingen, hart zu werden und das auch bis zum Orgasmus zu bleiben? Sie kann sich ihm bestenfalls anbieten und sich ihm so präsentieren, dass seine Lust erwacht. Aber wenn sie zum Beispiel übergewichtig ist und er dicke Weiber nicht mag, wird das kaum funktionieren.

Eigentlich sind das banale Tatsachen, die jeder weiß. Aber in einer Welt, in der sich immer mehr Menschen nicht mehr klar darüber sind, ob sie männlich oder weiblich sind oder sein wollen, muss man das eben einmal klar und deutlich sagen.

Wobei Sex für einen Mann durchaus nicht allein etwas mit Liebe und Zärtlichkeit zu tun hat. Für ihn ist nämlich Sex durchaus auch ein Mittel, um Macht zu zeigen und Gewalt auszudrücken. Gibt sie sich widerspenstig oder fordert seine Männlichkeit heraus, dann ist es ein Leichtes für ihn, sie zu ergreifen und derb durchzuficken, bis sie gelernt hat, wer der Herr im Haus ist. Selbst eine ausgeprägt dominante Frau hat diese Möglichkeit nicht. Sie braucht einen schwachen Mann, der sich ihr, weshalb auch immer, freiwillig unterwirft. Nur dann hat sie Macht über ihn und kann ihn herumkommandieren.

Ob er sie fickt, wenn immer sie es will, hängt aber dann immer noch davon ab, ob er scharf auf sie ist oder eben nicht.

Männliche Prostituierte, also Callboys, arbeiten daher praktisch immer als Freiberufler und suchen sich ihre Kundinnen selbst aus. Meist werden sie für ein paar Stunden von Frauen ins Hotelzimmer bestellt, für die sich offenbar sonst kein Mann interessiert. Aber auch ihre Kundinnen erhalten nicht den gewünschten Fick, wenn sie es nicht schaffen, zumindest eine gewisse Erregung in ihm auszulösen. Was der Grund dafür ist, dass die meisten Callboys beim Ficken die Augen zumachen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen, wenn sie es mit einem Weib zu tun haben, das absolut kein Hingucker ist.

Man wird daher Männer kaum zur Prostitution zwingen können, wenn nicht ein gewisses Mindestmaß an Erregung vorhanden ist. Genauso, wie Sildenafil absolut keine Wirkung zeigt, wenn es der Mann mit einer Frau zu tun hat, die ihn in keinster Weise anmacht.

Auch Callboys prostituieren sich und verkaufen ihren Körper gegen Geld. Aber von einem zwangsprostituierten Callboy hat man noch nie gehört. Weil sich kein Zuhälter darauf verlassen kann, dass er auch kann, wenn er soll. Und weil ein Mann ohnehin nicht ständig ficken kann, was bei der Frau kein Problem ist. Deshalb gibt es Begriffe wie „Prostituierte“, „Nutte“ oder früher „Freudenmädchen“ auch nur in der weiblichen Form.

Frauen sind einfach gefügiger als Männer und lassen sich zum Sex zwingen, ganz gleich ob sie willig sind oder nicht, oder ob ihr Herr ein Ehemann ist oder ein Zuhälter. Deshalb sind auch die Bordelle dieser Welt voll mit Frauen, denen man nur Schläge androhen muss, um sie gefügig zu machen und mit denen ein Mann ein Vermögen verdienen kann, ohne viel dafür tun zu müssen.

Man kann es eben drehen, wie man will. Am Ende sind es immer die Männer, die die Fäden in der Hand haben und ihren Willen durchsetzen können.

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